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Dienstag, 4. Mai 2010

Richard L. Brandt: Googles kleines Weißbuch



Richard L. Brandt:
Googles kleines Weißbuch - die Managementstrategien der wertvollsten Marke der Welt

Google ist mittlerweile nicht mehr unumstritten. Insbesondere aufgrund der Entwicklungen bei den Datensammlungen, bei Streetview und dem Scannen und Archivieren von Büchern. Richard L. Brandt ist es angegangen in diesem sehr ausführlichen und detaillierten Buch die Fragen zu analysieren: wer steckt hinter Google? Wer sind die Männer, die aus dieser Minifirma in einer Garage ein Monsterunternehmen aufgebaut haben und das Informationsverhalten der Gesellschaft beeinflussen? Larry Page und Sergey Brin sind mittlerweile fast Mythengestalten wie Steve Jobs und Bill Gates.

L. Brandt ist den Weg der Recherche gegangen, hat mit Angestellten, Wegbegleitern und Gegnern der Firmengründer gesprochen und gestattet dem Leser mit diesem umfassenden Buch einen Blick in die Google Welt. Ob nun Google ethisch definiert ist, das Böse wirklich keine Rolle spielt, etc. Aussagen über Monopolismus, Networks etc. werden in diesem Weisbuch gefunden bzw. beantwortet.

Richard L. Brandt schreibt seit über zwanzig Jahren über das Silicon Valley und ist vierzehn Jahre davon Technologiekorrespondent der Business Week. Zudem erhielt er einige Preise.

Bibliografie
Richard L. Brandt: Googles kleines Weißbuch, Preis 34,90 Euro, 304 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-89879-580-7, FinanzBuchverlag, München, 2010

Samstag, 1. Mai 2010

Delikat und betörend - Eric Karpeles: Marcel Proust und die Gemälde aus der Verlorenen Zeit


Besonderes hat der amerikanische Maler und Kunstkritiker Eric Karpeles sich und uns angetan. Den ungewöhnlichen Weg ist er gegangen und hat die Kunstverweise aus Marcel Prousts mehrbändigem Roman „Auf der Suche nach der Verlorenen Zeit“ in einem 352-seitigen Bildband in Form entsprechender Kunstwerke dargestellt. Eine originelle Herangehensweise, einen so bekannten, umfangreichen Romanzyklus anhand der darin zitierten Meisterwerke darzustellen. Und dem Leser, sowohl dem Proust-Neuling als auch dem Proust-Enthusiasten, eine Möglichkeit an die Hand zu geben, die den Literaturstellen entsprechenden Gemälde zu betrachten und zu genießen.

Dies in einer textlichen Einleitung, Original-Proustschen-Romanstellen und entsprechenden Bildern, angefangen bei Tizian, Giotto, Veronese, Botticelli bis hin zu Carpaccio, Rembrandt, Bellini, Boucher, etc. Nach einem instruierenden Essay, der Hintergründe, Absichten und Entwicklungen darstellt geht es sofort in Medias res und es ziehen sich die Romanstellen, Bilder, Bilddetails und Erläuterungen durch das Buch. Die ansprechende Vorgehensweise ist für den Nicht-Proustianer kurzweilig zu nennen, bei der er sich in Text und Kunst vertieft. Für den Proustkenner ein hervorragendes Handbuch, um anhand eines ausführlichen Registers die einzelnen Textstellen, Personen und Bilder exakt zuordnen zu können.

Ein herausragendes Werk mit schönen, ansprechenden, qualitätsvollen Drucken, bei denen man sich nur gewünscht hätte, dass sie um einiges größer wären, was aber wohl den Rahmen des Buchdruckes und der Kosten gesprengt hätte.

Eric Karpeles lebte in den 70-ern als Stipendiat in Frankreich. Der Maler lebt derzeit in Nordkalifornien und widmet sich schreibend den Themen Malerei, Literatur und Ästhetik.

Uwe M. Kraus

Bibliographie: Eric Karpeles: Marcel Proust und die Gemälde aus der Verlorenen Zeit, 352 Seiten, ca. 200 Farbabbildungen, DuMont Buchverlag, Köln 2010, ISBN-13: 978-3832192761, 34,95 Euro